Seebestattung

Die Seebestattung war in früheren Jahrhunderten eine hygienische Notwendigkeit beim Tod auf hoher See und blieb anschließend als maritime Tradition Seeleuten vorbehalten.
Seit Anfang der 1970er Jahre wird die Seebestattung auch für "normale" Sterbliche praktiziert. Zwar werden auch Beisetzungen in anderen Weltmeeren angeboten, aber die Seebestattung vor den Küsten von Nord- und Ostsee ist in Deutschland der Regelfall.

In der Geschichte der Bestattungskultur spielten die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer schon immer eine Rolle. Die Seebestattung wird heute als Variante der Feuerbestattung durchgeführt. Das heißt als Urnenbeisetzung. Sie wird von Reedereien, die vom Bestattungsunternehmen beauftragt werden, mit speziell ausgestatteten Schiffen vollzogen.
Die Reederei dokumentiert gegenüber der zuständigen Ordnungsbehörde die durchgeführte Seebestattung mit einem beglaubigten Auszug aus dem Schiffstagebuch und einer Kartenskizze, die geografische Länge und Breite der Beisetzungsstelle verzeichnet.

Je nach Standort fahren die einzelnen Schiffe spezielle, genau markierte Beisetzungsgebiete in Nord- und Ostsee an. Die Gesamtfahrzeit beträgt, je nach Lage des Beisetzungsgebietes, zwischen eineinhalb und sechs Stunden. Die Urne dient dabei der Versenkung der Asche.
Während der Passage wird sie an einem geeigneten Ort an Bord aufgebahrt, beispielsweise im Salon oder im geschützten Bereich des Decks. Gegebenenfalls kann noch während der Fahrt von den Hinterbliebenen eine Abschiedsandacht durchgeführt werden.

Nachdem das Schiff an der vorgesehenen Beisetzungsstelle auf offener See angelangt ist, übergibt der Kapitän mit einigen Worten des Abschieds die Urne dem Wasser. Anschließend werfen die Hinterbliebenen letzte Blumengrüße hinab.
Die Schiffsglocke schlägt acht Mal. In der seemännischen Tradition ein akustisches Zeichen, dass die Wache nun zu Ende ist. Der Glockenklang bedeutet hier im übertragenen Sinn das Ende des irdischen Lebens.

Was passiert mit dem Inhalt der Urne, nachdem letztere sich aufgelöst hat? Von einem Hamburger Seebestattungs-Reeder wurde dies einmal mit beinahe lyrischen Worten wie folgt umschrieben:

"... es bleibt die Asche als kleiner Hügel auf dem Meeresgrund und wird von den Schwebeteilchen im Meer zugedeckt bis in die Ewigkeit. Eine Aurelie, Seesterne und Muscheln wachsen am Grab."

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